Die Wasserversorgung in Stephanshausen

Die Versorgung Stephanshausens mit Leitungswasser erfolgt über zwei Brunnen im Grundscheidbachtal unterhalb des Birkenhofs. Das hier geförderte Wasser weist einen hohen Gehalt an Eisen und Mangan auf und muss deshalb aufbereitet werden. Dies geschieht in einer Aufbereitungsanlage am Brunnen1. Dabei wird Eisen und Mangan entfernt und zusätzlich eine Entsäuerung durchgeführt. Nach der Aufbereitung wird das Wasser in den Hochbehälter oberhalb des Stephanshofes gepumpt und von dort teilweise in einen zweiten neuen Hochbehälter oberhalb des Wohngebietes Sonnenhang für die Versorgung der höher gelegenen Grundstücke. In normalen feuchten Jahren reicht die geförderte Wassermenge zur Versorgung Stephanshausens aus. In Trockenjahren wird die fehlende Menge aus dem Grundscheidstollen und zwei weiteren Brunnen in Marienthal ergänzt. Dieses unterhalb des Zwirnwaldes geförderte Wasser ist in der Zusammensetzung dem Wasser aus Stephanshausen sehr ähnlich.

Wasserqualität

Das Leitungswasser wird viermal jährlich mikrobiologisch untersucht. Einmal jährlich erfolgt eine chemische Untersuchung auf den Gehalt an Mineralstoffen. Einige wichtige Parameter zur Beurteilung der Qualität des Leitungswassers sind in Tab. 1 aufgeführt. Der vollständige Prüfbericht ist als pdf-Datei abrufbar.

Tab. 1: Auszug aus dem Prüfbericht Nr. 194140 des Instituts Fresenius vom 19.12.2005 - Entnahme Kath. Kindergarten Rathausstraße 12

Messwert Grenzwert
Leitfähigkeit µS/cm 230 2500
pH-Wert 8,18 6,5-9,5
Säurekapazität bis pH 1,58 mmol/l 1,49
Gesamthärte °dH 6,42
Nitrat mg/l 2,2 50
Calcium mg/l 28,1
Magnesium mg/l 10,8
Natrium mg/l 9,5 200
Chlorid mg/l 17,2 250
Sulfat mg/l 26 240

Bewertung der Wasserqualität

Die Bewertung der Wasserqualität ist nicht einfach, weil es auf den Einzelfall ankommt. Grundsätzlich handelt es sich um ein salz- und mineralstoffarmes Wasser. Die in der Trinkwasserverordnung festgelegten oberen Grenzwerte werden bei weitem unterschritten. Die Gefahr von Kalkablagerungen in Warmwassergeräten, auf Heizstäben von Waschmaschinen und auf Badezimmerarmaturen ist sehr gering. Waschmittel können niedrig dosiert werden (Härtebereich 1). Auch Teetrinker finden kaum ein besseres Wasser für die Zubereitung. Nitrat ist nur in Spuren vorhanden. Der Gehalt an Natrium und Chlorid ist niedrig. Für Pflanzenliebhaber bedeutet dies, dass Hydrokulturen nicht mit Ionenaustauscherdünger gedüngt werden können. Hier fehlt das notwendige Salz im Gießwasser für den Austauschprozess. Auch Flüssigdünger, die kein Calcium enthalten, sind mittel- und langfristig nicht geeignet, da im Leitungswasser zu wenig Calcium enthalten ist. Außerdem kommt es zu einer raschen Versauerung des Substrates, was bei einigen wenigen Pflanzenarten (Moorbeetpflanzen) erwünscht sein kann, bei der überwiegenden Anzahl jedoch nicht. Substrat für Balkon- und Kübelpflanzen sollte deshalb ausreichend mit Kalk versehen sein.

Lesen Sie den ausführlichen Prüfbericht 2005. Mehr . . .



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